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Aids ist eine in der Regel tödliche Erkrankung des Immunsystems, hervorgerufen durch den HI-Virus (HIV). Heute stehen Medikamente zur Verfügung, mit deren Hilfe bei rechtzeitiger Behandlung die Erkrankung verhindert oder verzögert werden kann. Es ist eine lebenslange tägliche Einnahme der Medikamente notwendig. Unerwünschte Wirkungen sind kurz- oder langfristig möglich, ebenso ein Versagen der Medikamente.

HIV ist ein Virus, das über Blut- und sexuelle Kontakte, Muttermilch sowie gebrauchte Spritzen übertragen werden kann und, in der Regel nach mehreren Jahren, das menschliche Immunsystem so weit schwächt, dass zahlreiche Krankheiten auftreten, die funktionierende Abwehrkräfte verhindert hätten. In diesem Stadium wird von der Krankheit „Aids“ gesprochen.

Kondome – richtig angewendet – schützen beim Vaginal- und Analverkehr vor Übertragungen. Bei alltaglichen Kontakten, auch beim Trinken aus einem Glas oder beim Küssen besteht keine Gefahr, wenn keine blutenden Verletzungen vorliegen. Vor und während der Geburt kann das Risiko für eine Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind durch geeignete Maßnahmen auf ein Minimum reduziert werden.

Seit Anfang 2008 erregen Verlautbarungen aus der Schweiz Aufsehen, nach denen unter bestimmten Bedingungen (!) das Risiko für nicht mit HIV infizierte Partner denkbar gering ist, sich beim ungeschützten Sex mit ihrem HIV-infizierten Partner mit HIV anzustecken. Voraussetzungen sind demnach:

  • Der HIV-infizierte Partner führt seit mindestens 6 Monaten eine wirksame Therapie (d. h. die Viruslast ist nicht nachweisbar) zuverlässig durch.
  • Dies bedeutet, dass die Wirksamkeit der Therapie unter guter ärztlicher Kontrolle steht und dass ein großes Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern besteht, weshalb sich die Schweizer Aussagen in erster Linie an feste Partnerschaften richten und betonen, dass der HIV-negative Partner die Entscheidung, auf Kondome zu verzichten, treffen muss.
  • Es dürfen aktuell keine anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mit Entzündungen im Genitalbereich wie z. B. Syphilis und Herpes vorliegen. Hier ist allerdings zu beachten, dass diese oft unbemerkt bleiben!

Ferner weisen wir darauf hin, dass die Daten, auf denen diese Aussagen beruhen, relativ klein sind und sich im wesentlichen nur auf heterosexuelle Paare und Vaginalverkehr beziehen. Vermutlich ist die Sachlage für Analverkehr und damit Sex zwischen Männern ähnlich, spezifische Forschungen laufen dazu. Für “Gelegenheitssex” wird weiterhin unbedingt Safer Sex und insbesondere Kondomgebrauch empfohlen, da hier die Voraussetzungen kaum überprüfbar sind. Für feste Paare mit unterschiedlichem HIV-Status empfiehlt sich ggf. eine eingehende Beratung mit ihrem HIV-Schwerpunktarzt oder der AIDS-Hilfe. Die differenzierte Stellungnahme der Deutschen AIDS-Hilfe ist hier nachzulesen: DAH-Papier_HIV-Therapie_und_Praevention

Weltweit sind Millionen von Menschen mit HIV infiziert oder bereits an Aids erkrankt. In Deutschland konnte durch Prävention, d. h. durch Information, Aufklärung, Hilfeangebote, Medikamente und vor allem die von vielen Menschen angewandten Schutzmaßnahmen die Zahl der Infizierten und Kranken auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau gehalten werden.

Ein Problem ist überall, auch in Deutschland, dass Menschen mit HIV und Aids von Ausgrenzung und von Stigmatisierung bedroht sind – vielleicht aus übertriebenen Ängsten oder weil es hier auch um Sexualität geht. Aber HIV-Infizierte bedeuten im Alltag kein Risiko für andere, und „schuld“ an ihrer Infektion sind sie so viel oder so wenig wie andere Kranke auch.

Weitere Informationen erhalten Sie über www.aidshilfe.de/de/sich-schuetzen.

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